BIOGRAFIE GUSTAV SPÖRRI

 

AUS DEM BUCH: BEGEGNUNGEN MIT GUSTAV SPÖRRI

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Geboren am 20. Juli 1902 in Zell am Harmersbach in Süddeutschland. Sein Vater war ein aus dem schweizerischen Tösstal eingewanderter Töpfer, seine Mutter eine einheimische Bäckerstochter. Das Ehepaar Spörri-Rauer hatte neun Kinder, fünf von ihnen starben während des Ersten Weltkriegs.

Nach der Schule beginnt Gustav Spörri bei Georg Schmider in den Vereinigten Keramischen Werken in Zell am Harmersbach eine Lehre als Keramikmaler. Als Schweizer Bürger muss er in Deutschland keinen Militärdienst leisten.

Nach der Lehre folgen mehrere Weiterbildungen. Zuerst an der Staatlichen Majolika-Manufaktur in Karlsruhe bei Professor Max Läuger, danach auch an der Kunstgewerbeschule Dresden und an der Kunstakademie Wien.

Im Mai 1934 heiratet Gustav Spörri Liselotte «Lilo» Zickner (1907-1980). Von 1932 bis 1945 ist er Angestellter bei der Firma Villeroy & Boch in Dresden und arbeitet als Kunstbeirat und künst-lerischer Leiter.

1946 gerät Gustav Spörri in Dresden, das im Februar 1945 schwer bombardiert und im Mai dann von der Roten Armee besetzt worden war, in Gefangenschaft und wird zu Zwangsarbeit verurteilt.

Dank Unterstützung aus Bern gelingt dem Ehepaar Spörri und seiner achtjährigen Adoptivtochter Elke 1948 die Flucht in die Schweiz. Dort wird im selben Jahr die Tochter Heide geboren.

Gustav Spörri arbeitet kurze Zeit in einer Töpferei bei Thun. Dann folgt der Wechsel in die Kunstkeramische Abteilung der Tonwarenfabrik Ziegler AG in Schaffhausen, wo er von 1949-1964 als künstlerischer Leiter tätig ist.

Im Jahr 1951 baut das Ehepaar Spörri das Wohn- und Atelierhaus «Trubegüetli» im Urwerf-Quartier in Neuhausen am Rheinfall. Zusätzlich und parallel zur Tätigkeit als Künstlerischer Leiter der Tonwarenfabrik Ziegler AG nimmt Gustav Spörri im «Trubegüetli» eine selbständige Tätigkeit als Keramiker und Künstler auf. Von 1965-1976 arbeitet er ausschliesslich im eigenen Atelier.

Zum Oeuvre von Gustav Spörri zählen nicht nur Keramiken, sondern auch Mosaiken, Ölbilder, Aquarelle, Zeichnungen und Hinterglasmalereien.

Am 29. Mai 1976 stirbt der Künstler im Alter von 74 Jahren in Schaffhausen an Krebs.

 

© Januar 2013 Markus Strübin

 

AUTOBIOGRAFISCHE NOTIZEN VON GUSTAV SPÖRRI geschrieben um 1960